Of Bikes and Men

manchmal, wenn ich mit dem rad zur s-bahn station am marktplatz fahre und versuche den letzten noch verbliebenen freien platz zu finden, wundere ich mich über die ganzen fahrräder die dort herumstehen und brav angekettet auf ihre fahrer warten. man muss dazu sagen, dass ein unitag bei mir oft erst mittags losgeht, es also kein wunder ist, dass schon alles belegt ist, bis ich da bin. für die meisten pendler beginnt der alltag ja ein wenig früher. und dann beginne ich mich zu fragen, was die wohl alle so treiben – fahrräder, sowie fahrradbesitzer. fahren die alle nach frankfurt? warum fahren sie mit dem fahrrad zur bahn? ist es weit? wurden sie schonmal geklaut? vielleicht ja schon öfter und dann weiterverkauft. und warum wurden sie wohl verlassen und wie lange stehn sie schon hier?
irgendwann macht die stadt dann eine notiz an diese verlassenen drahtesel, dass man sie demnächst entfernen wird….
und dann erkenne ich bestimmte fahrräder immer wieder. und sie stehen immer an einem anderen platz aber immer ungefähr in der gleichen ecke und ich denk mir ah gut, der mit dem türkisen hercules mit rundem, schwarzen korb ist auch wieder da. also geht es ihr oder ihm gut und sie oder er ist vermutlich gerade arbeiten …oder in der schule …oder studieren oder sonstwas…wer weiß.
und so entsteht ein minigefühl von vertrautheit. und wenn die fahrräder immer wiederkehren, dann ja vermutlich auch die dazugehörigen menschen. und ich wundere mich, wie vielen von ihnen ich bereits über den weg gelaufen bin ohne jemals eine verbindung herzustellen….