Of Bikes and Men

manchmal, wenn ich mit dem rad zur s-bahn station am marktplatz fahre und versuche den letzten noch verbliebenen freien platz zu finden, wundere ich mich über die ganzen fahrräder die dort herumstehen und brav angekettet auf ihre fahrer warten. man muss dazu sagen, dass ein unitag bei mir oft erst mittags losgeht, es also kein wunder ist, dass schon alles belegt ist, bis ich da bin. für die meisten pendler beginnt der alltag ja ein wenig früher. und dann beginne ich mich zu fragen, was die wohl alle so treiben – fahrräder, sowie fahrradbesitzer. fahren die alle nach frankfurt? warum fahren sie mit dem fahrrad zur bahn? ist es weit? wurden sie schonmal geklaut? vielleicht ja schon öfter und dann weiterverkauft. und warum wurden sie wohl verlassen und wie lange stehn sie schon hier?
irgendwann macht die stadt dann eine notiz an diese verlassenen drahtesel, dass man sie demnächst entfernen wird….
und dann erkenne ich bestimmte fahrräder immer wieder. und sie stehen immer an einem anderen platz aber immer ungefähr in der gleichen ecke und ich denk mir ah gut, der mit dem türkisen hercules mit rundem, schwarzen korb ist auch wieder da. also geht es ihr oder ihm gut und sie oder er ist vermutlich gerade arbeiten …oder in der schule …oder studieren oder sonstwas…wer weiß.
und so entsteht ein minigefühl von vertrautheit. und wenn die fahrräder immer wiederkehren, dann ja vermutlich auch die dazugehörigen menschen. und ich wundere mich, wie vielen von ihnen ich bereits über den weg gelaufen bin ohne jemals eine verbindung herzustellen….

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Bekenntnisse eines Lichtmanns

„Das ist DER Track eines verschneiten, einsamen hafen 2 kurz vor Weihnachten. Ich saß sonntags um 12 in meiner Ecke, mit der Welt in Frieden, leicht verstrahlt – und ohne, dass ich was machen musste, kam diese wundervolle Musik. Draussen war es weiss vor Schnee, aber auch grau, das Jahr war so gut wie zu Ende…und dann dieses Lied. Ich war so zufrieden.

Es kam mir grad wieder in meine Hände und ich weiß, du verstehst diesen Spirit im Hafen, ohne dass sich das allzu abgedroschen liest.

DAS ist der platz der mich 3 jahre lang jeden Sonntag empfangen hat. Leer. „wie nur für mich“ – Mit W-Lan. Nach 12 Stunden im U 60 voller LED-Blitzlichtgewitter und Bass habe ich mir extra den Wecker gestellt – Shortnap, so 2 stündchen von 10 bis 12. Und dann da hin…bis es gedämmert hat…“

Tobi hat lange in Off gelebt, war Lightjockey im U 60311 und produziert leidenschaftlich gern Musik. Mittlerweile ist er umgezogen. Im Hafen 2 war er Stammgast – für ihn ein einzigartiger Ort in der Stadt. In Offenbach selbst hat er sich auch immer sehr wohl gefühlt – allen Unkenrufen zum Trotz, wie er sagt.